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Mein Ziel: Chancen neu definieren!

St. Moritz – eine Woche, die für mich zu einer sehr großen emotionalen Herausforderung geworden ist und mir viel zum Nachdenken mitgegeben hat:

Beim Super-G habe ich einen guten vierten Platz gemacht – aber so knapp an einer Medaille vorbeizufahren, tat weh! Der 11. Platz in der Abfahrt war nicht leicht für mich, aber ich habe meine Medaillen-Chance im Riesenslalom gesehen.

Der Riesenslalom wurde für mich dann zum Alptraum. Ich habe gedacht, dass es nicht sein kann, was gerade dort passiert. Mir fehlen jetzt noch die Worte, wie ich es für mich erfassen kann: Die ganze Arbeit der Saison ist auf die WM in St. Moritz hinausgelaufen – es hat für mich alles gestimmt, das Einfahren war super, das Material hat gepasst, und ich war körperlich da. Ich habe überhaupt nicht mit einem Ausfall gerechnet, deshalb war es auch eine so bittere Erfahrung.

Für mich ist die Art und Weise wie ich ausgeschieden bin, äußerst schmerzhaft: Nach meinem Fehler hätte ich vielleicht wieder meine Linie finden können. In der Situation hat sich mir diese Möglichkeit aber nicht gezeigt. Ich war noch viel zu schockiert, weil ich bis dahin eine sehr sichere und gute Fahrt absolviert hatte und dann so plötzlich ausgehoben wurde.

Mein Ziel war es, in der Situation nicht ganz die Kontrolle zu verlieren und mich wieder zu fangen. Ich bin sonst in der Lage, in solchen Situationen immer eine Lösung zu finden und schnell zu reagieren – doch in diesem Moment ging das nicht!

Auch ich vergesse unter diesen Umständen immer wieder die vielen Widrigkeiten und Herausforderungen meiner Saison wie zum Beispiel die Verletzung am Anfang und das Aufholen des Trainingsrückstandes, die Schwächung durch den Magen-Darm-Virus und die Erkältung. Ich habe in den ganzen Wochen sehr hohe Erwartungen an mich selbst gestellt. Und das ist auch gut so, weil ich bei einer WM um eine Medaille mitfahren will. Aber dann eine so große Enttäuschung verarbeiten zu müssen, braucht einfach Zeit.

Jetzt bei meiner Familie und meinen Freunden am Tegernsee habe ich erstmals den Abstand, um alles richtig zu begreifen und zu verarbeiten. Ich bin hier für mich, habe mich zurückgezogen und kann mich auf die nächsten vier Wochen konzentrieren. Ich bin wirklich froh, dass es nun schnell weitergeht und ich noch viele Gelegenheiten habe, gute Leistungen zu zeigen.

Ich werde nach der Saison noch einmal alles in Ruhe analysieren, daraus klare Rückschlüssen für die Vorbereitung auf die nächste Saison ziehen und meine Chancen neu definieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich dieses nie wieder so erleben möchte – das ist eine große Kraft, die mich nach vorne schauen lässt!

Eure Viktoria