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Jeden Tag bewusst für den Trainingserfolg gestalten!

Diese Saison war für mich voller Höhen und Tiefen, und sie hat mich mental und körperlich mehr als jede andere Saison gefordert.

Bereits in der Vorbereitungsphase im August 2016 hatte ich mit Rückenproblemen zu kämpfen, so dass ich nur drei Trainingstage für die Speed-Disziplinen in dieser Zeit zu meiner Vorbereitung zählen konnte. Die schlechten Wetterbedingungen im anschließenden Camp in Saas Fee haben dazu geführt, dass ich auch hier nur einen Tag zum Training hatte. Ich hatte mir schon dort vorgenommen, insbesondere im Riesenslalom richtig Gas zu geben, um meine Form stetig zu steigern. Aber der nachfolgende Sturz im Training und die Fraktur meines Schienbeinkopfs haben mein Vorhaben sowie eine gute Vorbereitung unmöglich gemacht.

Ich bin aufgrund meiner Verletzung verzögert in die Saison gestartet und hatte mehrmals mit unvorhersehbaren Krankheiten – einem Magen-Darm-Virus und einer Grippe – zu kämpfen, die mich körperlich geschwächt haben. Mein Körper, die wichtigste Ressource eines Leistungssportlers, war in dieser Saison meine größte Herausforderung!

Meinen neuen Servicemann habe ich erst im Laufe der Saison richtig kennenlernen können, und wir haben mit jedem Rennen die gute Basis für unsere Zusammenarbeit ausgebaut. Das richtige Gefühl für einander zu finden, hat seine Zeit gebraucht – ich schätze es sehr, dass uns dieses gelungen ist.

Die Planungen des Sommers 2016 waren für mich also nicht umsetzbar – das Sprichwort „Ein guter Skirennfahrer wird im Sommer gemacht“ ist wirklich wahr, denn bereits hier konnte ich nicht meinen Rhythmus finden und diesen dann in der Saison weiterführen. Es war eine extreme Erfahrung für mich, und es hat mich im Laufe der Saison immer wieder an meine Grenzen gebracht. Dennoch habe ich versucht, positiv zu bleiben und meinen Weg weiterzugehen. Ich habe es mir nicht bequem gemacht, sondern immer wieder nach meiner früheren Stärke gesucht und hart an mir gearbeitet.

Nachdem die ersten Rennen für mich schwierig waren, konnte ich vor allem in Garmisch-Partenkirchen eine klare Steigerung bis zur WM in St. Moritz sehen. Ich hatte einen guten Speed, gute Zwischenzeiten, aber im Laufe der nächsten Rennen hat dann immer wieder die Konstanz gefehlt, weil der Rhythmus von der Vorbereitung an nicht stimmte. Und dieses lag an meinem Trainingsrückstand. Leider kamen dann auch die undankbaren Hundertstel hinzu – insbesondere mit den 4. Plätzen in Cortina d’Ampezzo, St. Moritz und Aspen.

In dieser schwierigen Saison habe ich wichtige und lehrreiche Erfahrungen machen dürfen:

Mein Körper ist meine wichtigste Ressource. Ich werde in der nächsten Saison auch wieder auf meinen Körper schauen und bewusst spüren, wie und wann es ihm gut geht.

Ich habe gemerkt, dass ich für mich einen neuen Mittelweg zwischen Gelassenheit und Gas geben finden darf. Ich möchte jeden Tag besser werden, aber nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ich werde mich bei jedem Training fragen: Was kann ich heute für mich lernen? Was ist mein Fokus? Was will ich erreichen? Wo sind meine Grenzen?

Ich werde meine Routine als Leistungssportlerin ablegen und wieder sehr bewusst Ski fahren. Ich werde mich selbst herausfordern. Ich werde vor jedem Training die Perspektive wechseln und danach fragen, ob ich noch härter arbeiten könnte. Und ich werde mir weiterhin Entspannung erlauben – weil diese genauso wichtig ist wie der Wille, mit seiner Leistung bis an die Grenzen zu gehen. Deshalb blicke ich mit großer Motivation und Vorfreude auf die nächste Saison!

Eure Viktoria